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Ehrenamtlicher Besuchsdienst für queere Senior:innen
Psychische Gesundheit umfasst das emotionale, mentale und soziale Wohlbefinden. Sie beeinflusst, wie wir denken, fühlen und handeln. Eine gute psychische Gesundheit wirkt sich positiv auf unter anderem Stressbewältigung, Beziehungen und Lebensqualität aus. Mit zunehmendem Alter beginnt für viele Menschen ein neuer Lebensabschnitt, der auch Chancen eröffnet. Der Übergang in den Ruhestand kann mehr Zeit für persönliche Interessen, Hobbys oder Reisen mit sich bringen. Viele ältere Menschen erleben erfüllende Momente in der Familie, etwa durch Zeit mit Enkeln oder intensivere Beziehungen zu nahestehenden Personen. Auch Lebenserfahrung, Gelassenheit und ein veränderter Blick auf Prioritäten können das Wohlbefinden stärken.
Gleichzeitig bringt das Älterwerden Veränderungen und Verluste mit sich, die als belastend erlebt werden können – etwa körperliche oder geistige Einschränkungen, der Verlust vertrauter Menschen oder andere soziale Rollen und Verantwortlichkeiten. Diese Veränderungen erfordern häufig eine Neuorientierung. Dabei kann es schwierig sein, zwischen natürlichen Alterserscheinungen, körperlichen Erkrankungen und psychischen Erkrankungen zu unterscheiden. Letztere bleiben zudem oft unerkannt, da körperliche Symptome im Vordergrund stehen oder psychische Beschwerden – insbesondere in älteren Generationen – mit Scham oder Stigmatisierung verbunden sind. Ebenso besteht das Vorurteil, dass Lebensmüdigkeit und Todeswünsche im Alter normal sind. Doch mitunter verbirgt sich dahinter eine behandelbare psychische Erkrankung. Durch deren Therapie kann die Suizidalität abnehmen und die Lebensfreude wieder steigen.
Unbehandelte psychische Erkrankungen hingegen können körperliche Beschwerden verstärken und sich erheblich auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität auswirken – im schlimmsten Fall bis hin zu suizidalen Gedanken oder Handlungen. Ältere Menschen zählen zu den besonders gefährdeten Gruppen. In Deutschland steigt die Suizidrate mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Bei Frauen steigt die Suizidrate ab dem 60. Lebensjahr, bei Männern ab dem 70. Lebensjahr und ist in der Altersgruppe der über 80-Jährigen und 90-Jährigen am höchsten. Eine möglichst frühe Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen ist daher besonders wichtig und kann einen entscheidenden Beitrag zur Suizidprävention im Alter leisten.
Psychische Belastungen und Erkrankungen sollten zudem im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen betrachtet werden. An Bedeutung gewinnt das Thema auch durch die Diskussion um den assistierten Suizid. Sowohl körperliches als auch psychisches Wohlbefinden hängen von sozialen Rahmenbedingungen ab: Faktoren wie Altersarmut, Altersdiskriminierung, Einsamkeit oder ein individualistisches Autonomieverständnis können einen Sterbewunsch beeinflussen. Daher ist es wichtig zu prüfen, inwieweit ein Sterbewunsch unabhängig von solchen Belastungen entsteht oder ob diese wesentlich dazu beitragen, das Leben als unerträglich zu empfinden.
Weitere Informationen zum Assistierten Suizid haben wir hier zusammengestellt: Assistierter Suizid
Ehrenamtlicher Besuchsdienst für queere Senior:innen
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Digitale Teilhabe als gesellschaftliche Teilhabe – gegen soziale Isolation im Alter
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